Crocos gepostetes Rezept für Hafermilchdrink** s.u. gesetzliche Grundlagen stieß bei Mastodon auf Kritik.
@Croco ich wage zu prophezeien, dass so hergestellte Hafermilch halt auch einfach nach geshredderten Haferflocken schmeckt, anders als (für mich) gute Hafermlich. Ob die dann aber 3.45chf/l kosten muss, weiss ich jetzt auch nicht.
Auch wenn viele Verbraucher es anders sehen, in Deutschlands Supermarktregalen stehen keine Hafermilchpackungen. Das ist keine Diskussionsfrage, sondern geltendes Lebensmittelrecht. Diesbezügliche Kommentare lasse ich nicht zu. Wie in den nachstehenden Abbildungen deutlich zu erkennen ist,
stehen im Supermarktregal:
- Biogetränk auf fermentierter Haferbasis, ultrahocherhitzt
- Getränk auf Haferbasis, ultrahocherhitzt, angereichert mit Vitaminen, Zutaten […] Hafer, fermentiert[…]
- Aufschäumbarer Haferdrink auf fermentierter Haferbasis mit zugesetzten Vitaminen und Mineralien. UHT.
Der Verbraucher kann es nur im privaten Gebrauch als Milch(alternative) herstellen oder konsumieren, nicht aber unter dieser Bezeichnung kaufen Wer jetzt mit Scheuermilch, Sonnenmilch, Liebfrauenmilch, Kokosmilch oder Fischmilch ** siehe auch gesetzliche Grundlagen kommt, hat den Unterschied zwischen Wortbestandteil und geschützter Lebensmittelbezeichnung nicht verstanden. Diese Diskussion findet hier nicht statt.
Allein schon aus Bezeichnungen bzw. Verzeichnis der Zutaten nach Lebensmittelinformationsverordnung ** s.u. gesetzliche Grundlagen lässt sich ablesen, dass ein Haferdrink eben nicht nur aus frisch pürierten Flocken besteht und mal eben selber zu machen ist. Die Belehrung, dass jeder, der Hafergetränke teuer kauft, ja doof ist, überflüssig wird.
Und weil Frau Küchenlatein neugierig und experimentierfreudig ist, hat sie sich ein Selbermachset mit Enzymen bestellt. Wer den Käse für den Småländischen Käsekuchen selber machen kann, probiert auch ein Getränk auf fermentierter Haferbasis bzw. Haferdrink aus.
Ich werde über dieses Experiment berichten.
** Gesetzliche Grundlagen
- EU-Verordnung Nr. 1308/2013 Current consolidated version: 18/03/2026 : Anhang VII, Teil III, Nummer 1 In Verbindung mit Artikel 78 dieser Verordnung
„(1) ‚Milch‘ ist ausschließlich das durch ein- oder mehrmaliges Melken gewonnene Erzeugnis der normalen Eutersekretion, ohne jeglichen Zusatz oder Entzug. - Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) von 2017 C4-422/16
Der EuGH bestätigte in einem Grundsatzurteil, dass rein pflanzliche Produkte nicht unter Bezeichnungen wie Milch, Rahm, Butter, Käse oder Joghurt vermarktet werden dürfen. Das Verbot gilt selbst dann, wenn Zusätze wie „Sojadrink“, „Hafermilch à la“ oder Fantasiewörter wie „Milck“ verwendet werden, da dies den Verbraucher irreführen kann. Ausnahme Kokosmilch: Für den Begriff „Kokosmilch“ gibt es eine historische Ausnahmeregelung der EU-Kommission aus dem Jahr 2010, da diese Bezeichnung durch langjährige Verkehrsübung etabliert ist und eine Verwechslung mit tierischer Milch hier ausgeschlossen wird. - Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 LMIV Current consolidated version: 01/04/2025:
Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe a (LMIV): Legt fest, dass die Bezeichnung des Lebensmittels eine zwingende Pflichtangabe auf jeder Verpackung ist.
Artikel 17 (LMIV): Regelt im Detail, wie diese Bezeichnung gebildet werden muss (rechtlich vorgeschriebener Name, verkehrsübliche Bezeichnung oder beschreibende Bezeichnung)




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Danke für die Aufklärung. Ich habe auch mit Enzymen experimentiert. Das Ergebnis war ganz okay, aber mir auf Dauer zu aufwendig.
Ich kaufe nun regelmäßig Haferdrinks in verschiedenen Supermärkten für meist weniger als 1€. Mit dem Geschmack bin ich zufrieden. Weiter oben im Regal stehen da immer Drinks für mehr als 2€. Die habe ich noch nie probiert, kann mir aber nicht vorstellen, dass die wesentlich besser schmecken als die billigeren.
Ich will das ja auch nur ausprobieren, weil ich es kann. Und ja, die schmecken unterschiedlich. Wenn du deine Sorte gefunden hast, um so besser. Ich bin jetzt bei REWE bio gelandet, die schmeckt mir am besten und hat am wenigsten zusätzliches Zeugs.
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Diese Alternative bzw. auch die Vermarktung von bspw. Haferdrink als Milchalternative ist m.E. ein grundsätzlicher Fehler, weil der Konsument dann ein Getränk wie Milch erwartet, was per se nicht funktioniert. Aber das lernen wir noch, siehe Margarine als „Butterersatz“. Nein, ist es nicht. Es sind zwei Produkte, mit denen man vieles auch parallel machen kann, aber sie sind eigenständig und kein Ersatz von. So ähnlich ist das beim Hafer-, Mandel-, Reis-, Roggen- oder ähnlichen Drinks auch. Sie sind eigenständige Produkte mit eigenen Eigenschaften, und kein „Ersatz von …“ Und die Idee, dass ein Haferdrink nicht nach Hafer schmecken soll, ist doch auch irgendwie komisch. Erdbeeraufstrich soll ja auch nicht nicht nach Erdbeeren sondern nach Birne schmecken …
Es schmeckt nach „geschreddertem Hafer“ und das ist schon ein Unterschied. Der fermentierte Hafer schmeckt anders nach Hafer, das mag ich lieber. Und man sollte nicht vergessen, es ist ein höher verarbeitetes Produkt, z.T. mit vielen Zusatzstoffen. Augen auf beim Lebensmittelkauf. Grundsätzlich bin ich da deiner Meinung, es sind eigenständige Produkte mit eigenen Eigenschaften. Siehe auch Kichererbsen-Pastasalat mit Eigeschmack.
Sach ich ja. Den eigenen Charakter anerkennen (also ich meine den Drink) und dazu stehen. Und das fermentiertes anders, aber auch gut schmecken kann, wissen wir ja spätestens vom Sauerkraut, Salzgurken, Wein (in gewissem Sinne), Käse, u.a. Kommt immer ein wenig darauf an, wie man „Fermentieren“ definiert und was man alles darunter ablegt. ;-)
Nun Fermentation ist doch meines Wissens klar definiert als Umwandlung organischer Stoffe durch Mikroorganismen oder Enzyme.
Die Definition ist das eine, die Umgangssprache das andere. Man könnte es auch gesteuertes Verderben bezeichnen. Stimmt auch irgendwo.
Gerade bin ich auch ein wenig über mich selbst verwundert, dass ich einem Hinweis auf die klare Definition eines Wortes widerspreche, wo ich doch auch selbst ein großer Liebhaber von exakten Wortanwendungen bin und mich ausgiebig über „Sauce Hollandaise“ aus Öl und Ei (und Wasser und Verdickungsmittel, also eher eine Majonäse oder Salatcreme) oder Gyros aus der Pfanne (Geschnetzeltes, nach Gyrosart gewürzt) auslassen könnte. ;-)
Ich bin da nicht mehr ganz im Film, aber es gibt rechtlich bindende Grundlagen und Verkehrsauffassungen und dann noch Normen, die sich die Industrie auferlegt hat. Ich erinnere mich dunkel an die Hollandaise und die „Welt“ konnte sich nicht einigen. Was wiederum zeigt: Marketing wirkt und noch erschreckender ist, dass viele gar nicht mehr die Etiketten mit den Informationen lesen, die ihnen zur Verfügung stehen. Aber das ist eine andere Endlosdiskussion die ich hier nicht führen möchte.
Alles klar. Verstehe den Wink mit dem Holzpfahl. ;-)
Was ich auch noch spannend fände: es scheint ja zwei oder sogar noch mehr Designströmungen zu geben: Zubereitungen, die die Inhaltsstoffe von Kuhmilch versuchen in ihren Anteilen nachzubauen, oft auch in verschiedenen Fettstufen, dann die Sorten, die versuchen, den Kuhmilchgeschmack nachzuahmen und außerdem Varianten, die versuchen mit möglichst wenig verschiedenen Zutaten auszukommen (zB „frische“ Varianten aus dem Kühlregal. Das wollte ich schon lange mal aufdröseln und bin nicht dazu gekommen.
Die Idee ist ja noch gruseliger. Ultrahochverarbeitete Lebensmittel als „Ersatz“ für ein Naturprodukt. Klar, mit der Tierhaltung geht das so nicht weiter, aber dann finde ich sollte man andere Dinge essen und trinken und akzeptieren, dass es auch gut aber eben anders schmeckt.
Gruselig wäre nicht der erste Begriff, der mir einfallen würde … Ich wäre da eher in Richtung pervers unterwegs. ;-)
Wer Kuhmilch möchte, sollte Kuhmilch nehmen. Synthetische Kühe gibts (noch) nicht, und ein so komplexes Lebenwesen wie eine Kuh nachzubauen, um sowas ähnliches wie Milch herauszubekommen, … Naja. Das Original ist immer am besten. Gilt natürlich auch für die Pflanzendrinks, die jeder für sich ein Original sind, aber das hatten wir ja oben schon. ;-) Letztendlich kann man sehr viel verflüssigen und trinken, die Smoothies haben es vorgemacht und ist ein Haferdrink nicht irgendwie auch ein recht dünner Hafersmoothie? ;-)
Und das Klima rettet ein Nachbau ja auch nicht, wie viele Ressourcen da wohl drauf gehen.
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt: ich meinte Pflanzendrinks, die versuchen, den Fettgehalt, Eiweißgehalt, Salzgehalt usw nachzubilden, wie er bei Kuhmilch üblich ist. Dazu wird dann eben Salz, Pflanzenöl usw zugegeben.
Das ist afaik schon immernoch deutlich klimaschonender als Rindehaltung?
Das wage ich sehr zu bezweifeln, für Hafer mag das noch gelten, aber bei ganzen Monokulturen von Mandeln etc. habe ich Zweifel. Richtig klimaschädigend ist (Massen)Tierhaltung ja erst durch anderes Futter geworden. Wenn die anders gehalten würden, pupsen die auch wieder weniger Methan. Das Thema ist zu komplex, als dass ich sagen könnte, ob das wirklich so ist. Ohne Rinder- bzw. Tierhaltung werden wir das Klima nicht retten können. Ohne Schafe auf dem Deich würde Schleswig-Holstein z.B. absaufen und nicht überall funktioniert Ackerbau.
Ja, deshalb finde ich diesen Aspekt so interessant: ich denke laienhaft, dass es einen Unterschied macht, ob da nur Hafer, Pflanzenöl und Salz drin ist, oder noch zig Zusatzstoffe, die aufwändig hergestellt werden müssen. Aber ich habe keine Ahnung, ob das stimmt und wenn ja, wie sehr.
Gar keine Viehhaltung schwebt zumindest mir nicht vor. Ich esse auch gerne das Fleisch. (Nur um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen).
Halten wir fest, die käuflich zu erwerbenden Getränke auf Haferbasis sind fermentiert, es müssen also erst die Enzyme hergestellt werden. Ob das klimaneutral geht, keine Ahnung. Es gibt eben nicht das „gesündere“ oder klimarettendere Getränk in unserer modernen Welt. Alles hängt mit allem zusammen. Und damit Ende der Diskussion