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Jahresrückblick #Foodblogbilanz2019

Es ist jetzt Tradition, dies ist meine 6. Foodblogbilanz, nach #Foodblogbilanz2014, #Foodblogbilanz2015 und #Foodblogbilanz 2016 und #Foodblogbilanz2017 und #Foodblogbilanz2018

Feed me up before you go-go laden dieses Jahr zur Foodblogbilanz 2019. Ins Leben gerufen wurde das Event von Sabine von Schmeckt nach mehr, weil ihr Blog derzeit brach liegt, rief letztes Jahr Sina, die Giftige Blonde zur Bilanz auf.

1. Was war 2019 dein erfolgreichster Blogartikel?

Letztes Jahr war der Kartoffelsalat nach Alfons Schuhbeck der am meisten aufgerufene Artikel, aber dieses Jahr steht das Rezept aus dem Jahr 2011

Lea Linsters Bouneschlupp – Bohnensuppe

#Foodblogbilanz2017 erfolgreichster Artikel

in der Beliebtheit wieder an erster Stelle. Interessanterweise sind es nicht die Rezepte aus dem aktuellen Jahr, die häufig aufgerufen werden, sondern alles ältere Beiträge. Diese sind wie sie sind und so Bestandteil des Küchentagebuches. Mir sind sie nicht peinlich, zeigt es doch, wie „es damals war“.

Im Jahr 2019 war es

Flammkuchen New York

Flammkuchen New York (2)

2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?

Der Beitrag zum Jahrestag dieses Blogs. Wenn man etwas in dieses Internet schreibt, dann ist das öffentlich, für immer … Man muss einfach damit rechnen, dass es eine Rückmeldung gibt.

3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?

Gut gefallen mir die Rezepte, die im Rahmen Kulinarischen Weltreise, die im Februar letzten Jahres startete und in diesem Jahr weiter um die Welt führte. Großartige Rezeptanregungen bekomme ich von meinen Blogger-KollegInnen, die im Rahmen „Saisonal schmeckt’s besser! Der Foodblogger-Jahreskalender“ grandiose Rezeptideen für Gemüse der Saison veröffentlichen. Die Rezepte werden in ebooks von Nadine zusammengestellt, mit einem click gelangt man zu den ebooks.

Und dann inspirieren mich natürlich alle „alten“ Wegbegleiter meiner Blogroll.

4. Welches der Rezepte, die du 2019 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?

Von den in diesem Jahr veröffentlichten Rezepten habe ich doch tatsächlich das griechische Schmorgericht aus dem Slowcooker

Briam – Tourlou

Jahresrückblick #Foodblogbilanz2019: Briam - Tourlou - griechisches Schmorgericht aus dem Slowcooker (1)

doppelt gekocht.

5. Was hat dich im Zusammenhang mit Kochen, Essen oder deinem Blog 2019 beschäftigt und warum?

Besonders erschütterte mich das Schicksal einer Bloggerin und die Erkenntnis: Nicht alle Krankheiten können geheilt werden. Gesundheit ist so wertvoll, wie wertvoll, merkt man erst, wenn sie eingeschränkt vorhanden ist.

Weil regionale Betriebe wichtig sind, kaufte ich mir Genossenschaftsanteile an einer Meierei und eine Regionalwert-Aktie.

Facebook beschäftigte mich: Ich war dort eigentlich nur noch Mitglied, weil es als Plattform für das Entdecken spannender Events dient. Dann fing Facebook an, mir Sicherheitsabfragen für von mir erstellte Dokumente aufzuerlegen. Mehr als nervig. Parallel dazu spammte angeblich ein Gruppenmitglied ein Dokument mit seinen Beiträgen voll und Facebook löschte das Dokument eigenmächtig.

Dann schrieb mir Facebook:

Scheinbar hat jemand versucht, sich am 23. November um 15:54 mit einem Firefox für Windows 10-Gerät bei deinem Konto anzumelden. Dein Konto ist sicher. Wir möchten nur sicherstellen, dass du dich über ein neues Gerät anmelden wolltest. Wenn du der Meinung bist, dass du das nicht warst, melde dich bitte bei Facebook an. Dann können wir dir bei der Durchführung einiger Schritte helfen, um die Sicherheit deines Kontos zu gewährleisten.

Das war ich, soweit alles gut, kein Handlungsbedarf. Bei der nächsten Anmeldung sollte ich mich verifizieren, z.B. mit meinem Geburtsdatum. Und das befand Facebook für falsch. Genauso wie meine richtig identifizierten Kommentare. Danach hatte ich die Faxen dick. Facebook sieht für solche Fälle keinen Kontakt vor, nun ja. Nur bedauerlich, dass ich so nicht mehr bei „All you need is“ mitmachen kann, aber das ist dann nicht zu ändern.

Weiterhin bereitet auch mir Flickr schlaflose Nächte. Seit 2005 habe ich dort meine Bilder, drei Umzüge bis zur selbst gehosteten Domain war das sehr sinnvoll. Ich habe dort über 8500 Bilder liegen und bin auch gerne bereit, weiter dafür zu zahlen. Ich glaube nicht, dass ich für das Blog die Zeit aufbringen kann/möchte, alle Bilder umzuzuziehen und die URLs in 3500 Blogbeiträgen zu änderen.

6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?

In Anbetracht heißer Sommertage entdeckte ich kalte Suppen für mich.

Basilikum-Dickmilch-Suppe
Basilikum-Dickmilch-Suppe
Heidelbeersüppchen mit Mohndickmilch
Heidelbeersüppchen mit Mohndickmilch
Persische Joghurtsuppe, gekühlt
Persische Joghurtsuppe, gekühlt
Pfirsichsuppe, kalt mit Ziegenfrischkäse
Pfirsichsuppe, kalt mit Ziegenfrischkäse

7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf dein Blog gekommen sind?

Nun, gut oder lustig sind die Suchbegriffe nicht, aber es ist erstaunlich, über welche Suchbegriffe Küchenlatein gefunden wird:
omas handgeschriebene rezepte kekse mit Sukkade | schokoladig Latein | nudelvariationen von ulrike westphal | kochlatein :alles noch mal menü passieren lassent| Besonders lustig ist „bouneschlupp“ nicht, aber führt zum häufigsten aufgerufenen Artikel im Blog: Bouneschlupp

8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2020?

Gesundheit und Durchhaltevermögen für ein weiteres Jahr, das Küchentagebuch zu füllen. Vielleicht habe ich genug Energie, den 15. Bloggeburtstag mit meinen zu Lesern begehen mit oder ohne Bilder …Ich werde dafür – wenn alles gut geht – gerade rechtzeitig von der bereits jetzt gebuchten Reise zurück sein. Dass ich auf Island mit dem Papst eine Herrenboutique aufmache, ist eher unwahrscheinlich. Auf jeden Fall tue ich alles dafür, um am 23.05.2020 der Commencement Excercises beiwohnen zu können.

Vielen Dank an Steffen und Sabrina für die Einladung Anregung zum Jahresrückblick. Dort im Blog findet man auch die Links zu weiteren Bilanzen.

Ich wünsche allen meinen LeserInnen und BlogkollegInnen einen guten Rutsch ins Jahr 2020 und hoffe, dass diese mir gewogen bleiben. Bleibt oder werdet gesund!

weitere Foodblogbilanzen findet Ihr bei:

Feed me up before you go-go | Leberkassemmel und mehr | Zimtkringel | German Abendbrot | Wallygusto |
Backina | Linal’s Backhimmel | Herbs & Chocolate | Chestnut & Sage | Schöner Tag noch | Danielas Foodblog | Unter Freunden | Dental-Food | Elbcuisine | Sanddorn & Seegras | Möhreneck | Happy plate | Jessis Schlemmerkitchen | Gekleckert | Die Küche brennt | Evchenkocht | Feines Gemüse | Magentratzerl | Ninamanie | Anna Antonia | Kochtopf | Liebe und Kochen | Elbgesund | Chez Kim-Joëlle | Gernekochen | Brotwein | Herzgedanke | Brittas Kochbuch | In die Küche. Fertig, los! | mus.er.me.ku | Mein wunderbares Chaos | Jenny is baking | Die Jungs kochen und backen | Löffelgenuss | Wolkenfees Küchenwerkstatt | Vive la réduction | Moeys Kitchen | Gut essen in München

Was wollen wir essen?

Was wollen wir essen

Was wollen wir essen und wer produziert es? Die Beantwortung dieser Frage ist in einer globalisierten Welt wichtiger denn je. Kleine und mittlere Familienbetriebe haben es schwer, denn sowohl Produktion und Handelswege sind auf die Großen ausgelegt.

Hochwertige Lebensmittel aus der Region sind daher wichtig. Ich versuche ja selbst, so viele Produkte wie möglich aus Schleswig-Holstein zu verwenden. Die Nordbauern wurden 2013 gegründet, um die Vernetzung zwischen Erzeugern, Handel und Verbrauchern zu fördern. Ich bin dort ja Verbrauchermitglied. Ich schätze die Möglichkeit, mir persönlich einen Eindruck von den Mitgliedsbetrieben zu machen. Der direkte Dialog zwischen Erzeuger und Konsument bietet die Chance, mehr Wertschöpfung für die Betriebe zu schaffen. Das Prinzip „aus der Region für die Region“ unterstütze ich gerne. Daher mache ich hier unbeauftagt und unbezahlt Werbung für die Veranstaltung.

Am 27.09.2019 laden die Nordbauern zum Dialog „Zukunft der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein“ ein und stellen sich vor.

Der Kieler Koch Jochen Strehler bereitet aus den Produkten der teilnehmende Betriebe ein köstliches Genussbuffet zu. Interessierte junge Menschen bis zu 26 Jahre können eine Freikarte gewinnen. Einfach unter Tel. 0172-4107975 bewerben mit etwas Glück eine Freikarte gewinnen.

Probsteier Korntage, Witt’s Gasthof und eine Mirabellentarte

Bevor wir ENZETT v. Lilienstein letzte Woche in den Flieger über den „Großen Teich“ setzten, wollten wir noch einmal zusammen Essen gehen. Die Wahl fiel auf

Witt’s Gasthof in Krummbek,

Witt's Gasthof

das ist eines der noch existierenden Gasthäuser mit solider Landhausküche in der Probstei.

Probsteier Korntage, Witt's Gasthof und eine Mirabellentarte

Vom 27.07. bis 25.08.2019 finden die 20. Probsteier Korntage mit ihrem Strohfigurenwettbewerb statt. Einige haben wir auf unserem Weg dorthin angeschaut.

In Stakendorf bei „Gunnar Gerstenbarth“ sorgte die Dorfjugend für das leibliche Wohl

Geschäftstüchtige Jugend Stakendorf

unter anderem auch liebevoll gepflückte, sorgfältig in kleine Papiertüten (rechts) verpackte Mirabellen. Die Zukunft in der Landwirtschaft sollte man unbedingt unterstützen und so investierte ich in 2 Tüten, die dann zu der Elsässer Mirabellentarte – Tarte aux Mirabelles

verarbeitet wurden. Das ist unser Mirabellenklassiker, immer wieder lecker.

Am besten fährt man alle Strohfiguren mit dem Fahrrad ab, denn um die Figuren steht kaum Parkraum zur Verfügung. Leider ist aber eine An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrad sehr schwierig bis unmöglich, sehr schade.

Für die Umwelt: Wenig, aber dafür die Dorfjugend unterstützt.

2005 – 2019: 14 Jahre Küchenlatein

2019 ist ein Jubiläumsjahr. 70 Jahre Grundgesetz, 60 Jahre davon bin ich Zeitzeugin. Bis zum Gründungsjahr dieses Blogs 2005 gab es nur männliche Bundeskanzler. Ich war 2 als die Mauer gebaut wurde, 20 als ich mich entschloss, von ihr umgeben, mein Studium zu beginnen. Als ich 30 war, fiel die Mauer wieder, das Ereignis jährt sich jetzt zum 30. Mal.

2019 ist aber auch das Jahr, in dem „das Internet“, insbesondere die Welt der Blogger schwer erschüttert wurde.

Jede Lüge kostet Kraft, um sie aufrecht zu erhalten, deshalb ist mein Motto „Ehrlich währt am längsten“. Damit bin ich sowohl in der realen, als auch in der virtuellen Welt ganz gut gefahren. Meine Geschichten sind nicht so beeindruckend, eher nüchtern, dafür kann ich Kartoffelsuppe kochen und genieße selbige. Und Trends ist Küchenlatein ja noch nie hinterhergelaufen, weder beim Essen noch bei der Fußpflege

Apfellust im Lüneburghaus Kiel

Ernst Schuster und Christina Mann luden Anfang März zum 2. Mal zu einer Führung durch die Ausstellung „Kiel kocht“ im Kieler Stadmuseum und anschließend zu einem „Apfellust“-4-Gang-Menü ins Lüneburghaus.

Kiel kocht und Lüneburghaus

Der Inschennör und ich folgten der Einladung. Begonnen hat der Abend im Warleberger Hof.

Stadtmuseum

Im Kieler Stadtmuseum konnten wir auf 2 der 3 Etagen 200 Jahre Kieler Kochgeschichte der Ausstellung „Kiel kocht“ verfolgen. Bei etwa 50 davon sind der Inschennör und ich Zeitzeugen, den Küchenschrank aus den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts kannte ich aus der Küche meiner Großmutter, das Kochbuch vom Doktor aus Bielefeld konnte man auch in der Ausstellung bewundern. Und die Lebensmittelverpackungen aus den 70ern haben sich auch kaum verändert.

Verpackungen<

Danach ging es einmal quer über die Straße ins Lüneburghaus, wo ein feines Apfelmenü auf uns wartete.

Menü Apfellust

Zwischen den Gängen gab Apfelexperte Ernst Schuster interessante Einblicke in den Apfelanbau. So erklärte er z.B. den Unterschied zwischen Tafel- und Verarbeitungsäpfeln, wie eine Apfelsorte zu ihrem Namen kommt und was Clubsorten sind. Er erklärte auch, dass Apfelsorten einer gewissen „Mode“ unterliegen und ein Apfelbaum zur Obstproduktion etwa 15 Jahre alt wird. Die Äpfel der Obstquelle Schuster, die inzwischen von der Tochter geführt wird, erstehe ich regelmäßig bei den Marktschwärmern Kiel. Herr Schuster übernimmt dann die Verteilung der Waren.

Apfelexperte

Zum Gruß aus der Küche wurde ein Apfel-Quittensaft gereicht.

Apfellust im Lüneburghaus gedeckter Tisch Apfellust Gruß aus der Küche

Ingwersüppchen mit gebeiztem Lachs

Apfellust im Lüneburghaus_Ingwersüppchen mit gebeiztem Lachs

fand Karmijn de Sonnaville Verwendung. Herr Sonnaville aus den Niederlanden benannte diesen köstlichen Apfel, mit dem ich schon eine Rotkohlquiche mit Fetakruste zubereitete, nach seiner Tochter Karin.

Apfel-Kalbskonfit mit kleinem Salat

Apfel-Kalbskonfit mit kleinem Salat<

Der für diesen Gang verwendete Glockenapfel ist keine trendige Apfelsorte, darum gibt es die auch kaum auf Wochenmärkten. Bei jedem Ein- und Ausladen leidet ein Apfel, wenn die Sorte dann nicht schnell verkauft wird, rechnet sich das nicht.

Schwarzwildrücken unter einer Apfelkruste mit Apfel-Selleriecreme und Blutwurst

Schwarzwildrücken unter einer Apfelkruste mit Apfel-Selleriecreme und Blutwurst

In diesem Gericht wurde Topaz, eher eine junge Apfelsorte und Boskoop verwendet. Boskoop ist ein Ort in den Niederlanden, die Endung wird lang ausgesprochen, dort wurde der Apfel auch entdeckt. Der Schleswig-Holsteiner an sich spricht die alte Apfelsorte eher Boskopp aus.

Variationen von Rubinette und Boskop

Variationen von Rubinette und Boskop<>

Zum Dessert gabe es Tarte, Sorbet und Perlen aus dem Weinsud, dazu einen herben Quittensaft. Die Rubinette ist eher eine vergleichsweise kleine Apfelsorte.

Diese Säfte wurden zu den Gerichten serviert.

Apfelsäfte Apfellust

Neben dem sortenreinen Saft vom Holsteiner Cox wurde auch Saft vom AArbeitskreis Obst­wiesen – Apfel serviert, dessen Mitbegründer Ernst Schuster war. AKOWIA ist ein Verein, der sich für den Erhalt von Streuobstwiesen einsetzt.

Es war ein interessanter, rundum gelungener Abend.

Ich wusste es ja schon lang: Wer die ganze Apfelvielfalt einmal kennenlernen möchte, sollte seine Äpfel nicht unbedingt im Supermarkt kaufen, der wahre Preis für den perfekten Apfel ist hoch.