Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

Was wollen wir essen?

Was wollen wir essen

Was wollen wir essen und wer produziert es? Die Beantwortung dieser Frage ist in einer globalisierten Welt wichtiger denn je. Kleine und mittlere Familienbetriebe haben es schwer, denn sowohl Produktion und Handelswege sind auf die Großen ausgelegt.

Hochwertige Lebensmittel aus der Region sind daher wichtig. Ich versuche ja selbst, so viele Produkte wie möglich aus Schleswig-Holstein zu verwenden. Die Nordbauern wurden 2013 gegründet, um die Vernetzung zwischen Erzeugern, Handel und Verbrauchern zu fördern. Ich bin dort ja Verbrauchermitglied. Ich schätze die Möglichkeit, mir persönlich einen Eindruck von den Mitgliedsbetrieben zu machen. Der direkte Dialog zwischen Erzeuger und Konsument bietet die Chance, mehr Wertschöpfung für die Betriebe zu schaffen. Das Prinzip „aus der Region für die Region“ unterstütze ich gerne. Daher mache ich hier unbeauftagt und unbezahlt Werbung für die Veranstaltung.

Am 27.09.2019 laden die Nordbauern zum Dialog „Zukunft der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein“ ein und stellen sich vor.

Der Kieler Koch Jochen Strehler bereitet aus den Produkten der teilnehmende Betriebe ein köstliches Genussbuffet zu. Interessierte junge Menschen bis zu 26 Jahre können eine Freikarte gewinnen. Einfach unter Tel. 0172-4107975 bewerben mit etwas Glück eine Freikarte gewinnen.

Probsteier Korntage, Witt’s Gasthof und eine Mirabellentarte

Bevor wir ENZETT v. Lilienstein letzte Woche in den Flieger über den „Großen Teich“ setzten, wollten wir noch einmal zusammen Essen gehen. Die Wahl fiel auf

Witt’s Gasthof in Krummbek,

Witt's Gasthof

das ist eines der noch existierenden Gasthäuser mit solider Landhausküche in der Probstei.

Probsteier Korntage, Witt's Gasthof und eine Mirabellentarte

Vom 27.07. bis 25.08.2019 finden die 20. Probsteier Korntage mit ihrem Strohfigurenwettbewerb statt. Einige haben wir auf unserem Weg dorthin angeschaut.

In Stakendorf bei „Gunnar Gerstenbarth“ sorgte die Dorfjugend für das leibliche Wohl

Geschäftstüchtige Jugend Stakendorf

unter anderem auch liebevoll gepflückte, sorgfältig in kleine Papiertüten (rechts) verpackte Mirabellen. Die Zukunft in der Landwirtschaft sollte man unbedingt unterstützen und so investierte ich in 2 Tüten, die dann zu der Elsässer Mirabellentarte – Tarte aux Mirabelles

verarbeitet wurden. Das ist unser Mirabellenklassiker, immer wieder lecker.

Am besten fährt man alle Strohfiguren mit dem Fahrrad ab, denn um die Figuren steht kaum Parkraum zur Verfügung. Leider ist aber eine An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrad sehr schwierig bis unmöglich, sehr schade.

Für die Umwelt: Wenig, aber dafür die Dorfjugend unterstützt.

2005 – 2019: 14 Jahre Küchenlatein

2019 ist ein Jubiläumsjahr. 70 Jahre Grundgesetz, 60 Jahre davon bin ich Zeitzeugin. Bis zum Gründungsjahr dieses Blogs 2005 gab es nur männliche Bundeskanzler. Ich war 2 als die Mauer gebaut wurde, 20 als ich mich entschloss, von ihr umgeben, mein Studium zu beginnen. Als ich 30 war, fiel die Mauer wieder, das Ereignis jährt sich jetzt zum 30. Mal.

2019 ist aber auch das Jahr, in dem „das Internet“, insbesondere die Welt der Blogger schwer erschüttert wurde.

Jede Lüge kostet Kraft, um sie aufrecht zu erhalten, deshalb ist mein Motto „Ehrlich währt am längsten“. Damit bin ich sowohl in der realen, als auch in der virtuellen Welt ganz gut gefahren. Meine Geschichten sind nicht so beeindruckend, eher nüchtern, dafür kann ich Kartoffelsuppe kochen und genieße selbige. Und Trends ist Küchenlatein ja noch nie hinterhergelaufen, weder beim Essen noch bei der Fußpflege

Apfellust im Lüneburghaus Kiel

Ernst Schuster und Christina Mann luden Anfang März zum 2. Mal zu einer Führung durch die Ausstellung „Kiel kocht“ im Kieler Stadmuseum und anschließend zu einem „Apfellust“-4-Gang-Menü ins Lüneburghaus.

Kiel kocht und Lüneburghaus

Der Inschennör und ich folgten der Einladung. Begonnen hat der Abend im Warleberger Hof.

Stadtmuseum

Im Kieler Stadtmuseum konnten wir auf 2 der 3 Etagen 200 Jahre Kieler Kochgeschichte der Ausstellung „Kiel kocht“ verfolgen. Bei etwa 50 davon sind der Inschennör und ich Zeitzeugen, den Küchenschrank aus den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts kannte ich aus der Küche meiner Großmutter, das Kochbuch vom Doktor aus Bielefeld konnte man auch in der Ausstellung bewundern. Und die Lebensmittelverpackungen aus den 70ern haben sich auch kaum verändert.

Verpackungen<

Danach ging es einmal quer über die Straße ins Lüneburghaus, wo ein feines Apfelmenü auf uns wartete.

Menü Apfellust

Zwischen den Gängen gab Apfelexperte Ernst Schuster interessante Einblicke in den Apfelanbau. So erklärte er z.B. den Unterschied zwischen Tafel- und Verarbeitungsäpfeln, wie eine Apfelsorte zu ihrem Namen kommt und was Clubsorten sind. Er erklärte auch, dass Apfelsorten einer gewissen „Mode“ unterliegen und ein Apfelbaum zur Obstproduktion etwa 15 Jahre alt wird. Die Äpfel der Obstquelle Schuster, die inzwischen von der Tochter geführt wird, erstehe ich regelmäßig bei den Marktschwärmern Kiel. Herr Schuster übernimmt dann die Verteilung der Waren.

Apfelexperte

Zum Gruß aus der Küche wurde ein Apfel-Quittensaft gereicht.

Apfellust im Lüneburghaus gedeckter Tisch Apfellust Gruß aus der Küche

Ingwersüppchen mit gebeiztem Lachs

Apfellust im Lüneburghaus_Ingwersüppchen mit gebeiztem Lachs

fand Karmijn de Sonnaville Verwendung. Herr Sonnaville aus den Niederlanden benannte diesen köstlichen Apfel, mit dem ich schon eine Rotkohlquiche mit Fetakruste zubereitete, nach seiner Tochter Karin.

Apfel-Kalbskonfit mit kleinem Salat

Apfel-Kalbskonfit mit kleinem Salat<

Der für diesen Gang verwendete Glockenapfel ist keine trendige Apfelsorte, darum gibt es die auch kaum auf Wochenmärkten. Bei jedem Ein- und Ausladen leidet ein Apfel, wenn die Sorte dann nicht schnell verkauft wird, rechnet sich das nicht.

Schwarzwildrücken unter einer Apfelkruste mit Apfel-Selleriecreme und Blutwurst

Schwarzwildrücken unter einer Apfelkruste mit Apfel-Selleriecreme und Blutwurst

In diesem Gericht wurde Topaz, eher eine junge Apfelsorte und Boskoop verwendet. Boskoop ist ein Ort in den Niederlanden, die Endung wird lang ausgesprochen, dort wurde der Apfel auch entdeckt. Der Schleswig-Holsteiner an sich spricht die alte Apfelsorte eher Boskopp aus.

Variationen von Rubinette und Boskop

Variationen von Rubinette und Boskop<>

Zum Dessert gabe es Tarte, Sorbet und Perlen aus dem Weinsud, dazu einen herben Quittensaft. Die Rubinette ist eher eine vergleichsweise kleine Apfelsorte.

Diese Säfte wurden zu den Gerichten serviert.

Apfelsäfte Apfellust

Neben dem sortenreinen Saft vom Holsteiner Cox wurde auch Saft vom AArbeitskreis Obst­wiesen – Apfel serviert, dessen Mitbegründer Ernst Schuster war. AKOWIA ist ein Verein, der sich für den Erhalt von Streuobstwiesen einsetzt.

Es war ein interessanter, rundum gelungener Abend.

Ich wusste es ja schon lang: Wer die ganze Apfelvielfalt einmal kennenlernen möchte, sollte seine Äpfel nicht unbedingt im Supermarkt kaufen, der wahre Preis für den perfekten Apfel ist hoch.

13 Jahre Küchenlatein

Am 22.06.2005 ging ich mit meinem Küchenlatein bei blogigo.de online. Das Internet vergisst ja nichts

13 Jahre Küchenlatein

Waren das noch Zeiten.

Ein Grund mit dem Bloggen anzufangen waren so tolle Blogevents wie Sugar High Friday, Is My Blog Burning oder Weekend Herb Blogging. Im August 2005 nahm ich das erste Mal bei SHF #11 teil, im September 2005 folgte dann IMBB#19 und im Februar 2006 beteiligte ich mich erstmalig am Weekend Herb Blogging.

Reichte es damals noch, überhaupt ein Bild zum Blogbeitrag zu haben, ist heute ohne ein ordentliches Bild kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Wessen Blog kein responsives Design hat, hat auf mobilen Devices ganz schlechte Karten. Neben lauter Social Media ist es als Blogger jedoch sehr wichtig, die richtige Blog-Plattform gewählt zu haben, wie sich nach Inkrafttreten der DSVGO herausgestellt hat. Social Media genießt bei Küchenlatein ja eher eine untergeordnete Priorität, aber ich kann mich glücklich schätzen, bereits im Juli 2013 den Schritt zum selbst gehosteten WordPressblog nach drei Umzügen von verschiedenen Plattformen gewagt zu haben. Eine weise Entscheidung, wie sich im Nachhinein herausstellte.

Blogigo machte die Pforten dicht, Twoday kündigte das auch an, hält sich aber nicht an die Ankündigungen, TypepadBlogs sind nur noch mit Passwort zugänglich.

Wie schön, dass es immer noch Blogs gibt, die ihren Stremel durchziehen und nach dem 25.05.2018 ehrlich weiterbloggen, ganz normale Dinge aus dem Alltag zeigen, neben Job, ggf. Kindern, ohne mit dem Blog Geld verdienen zu wollen.

Das Blogsterben hinterlässt hier bei Küchenlatein reichlich Arbeit. In 243 Blogbeiträgen habe ich schon tote Links bearbeitet, das ist erst der Anfang. Mein erstes Hosting des Weekend Herb Blogging beklagte schon im März Verluste

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Küchenlatein ist mein Küchentagebuch, dem ich hoffentlich noch lange meine kulinarischen Abenteuer anvertrauen werde: aus meinem Alltag, neben dem Job, mit dem ich Geld verdiene, ohne Media-Kit, ohne Verlosung zum Bloggeburtstag. Und mit Bildern, die so sind, wie sie sind: Hier eine Irische Pastinaken-Apfelsuppe aus dem Jahre 2006.

Also auf die nächsten 13 Jahre!