Foodbloggertreffen im hohen Norden: Hamburg

Foodbloggertreffen im hohen Norden Gestern trafen sich kurz vor elf 13 Foodblogger z.T. mit Begleitung vor dem Alsterhaus. Steph war wirklich leicht an dem mordsschicken, mit einer wunderschönen Glitzergirlande geschmückten Hackenporsche auszumachen. Ein Bild von diesem Prachtteil gibt es bei Jutta (click)

Sabine, Historikerin und Kaoskoch führte uns durch das kulinarische Hamburg: „Englische Sitten und himmlisches Essen“ (www.spurensuchen.de/Termine/termine_september.htm) . Ich hoffe, ich bringe bei der Fülle von Informationen, die wir im Laufe der Führung bekamen, nicht alles durcheinander. Die Hamburger waren schon immer den Briten freundschaftlich verbunden, so gab es bis zum großen Hamburger Brand das Hotel London in der die Tradition des Afternoon Tee gepflegt wurde. Wer heute gerne den High Tea einnehmen möchte, kann das immer noch in diesen Hotels und Teestuben tun. Rezepte und Anleitungen für Afternoon Tea und Cream Tea in Hamburg liefert das Hamburger Abendblatt.

Die Historikerin wusste allerei über die Hamburger Spezialitäten wie Labskaus, Hamburger Rundstück warm, Snuten und Poten, Aalsuppe, essbare Hanseaten und Franzbrötchen zu berichten. Sie trug sogar eine Ballade zum Labskaus vor. Einige der Hintergründe kannte ich schon, hatte ich diese doch gerade erst in dem kürzlich erschienen Buch Wie der Bismarck auf den Hering kam: Kulinarische LegendenBild* der Kulturhistorikerin Petra Foede nachgelesen. Wer – wie ich – nicht alle Hintergrundgeschichten behalten hat, kann sie in dem Buch noch einmal nachlesen. Danach gingen wir auf Spurensuche.

Es ist ja nicht so, dass ich noch nie in Hamburg gewesen wäre. Durch die

bin ich schon häufiger zum Rathaus gegangen, ohne jedoch die Deckenbemalung

Mellin Passage 002

eines Blickes zu würdigen, zeigt sie doch die enge Verbundenheit Hamburg mit dem Tee. Die Deckenbemalung stellt eine Dame in in den 4 Jahreszeiten ihres Lebens dar, dabei hält sie immer eine Tasse Tee in der Hand.

Mellin Passage 003

.

Auch die Figuren mit kulinarischem Bezug am Hamburger Rathaus und im Innenhof

Bäcker Hamburger Rathaus Küchenjunge Hamburger Rathaus</
Bäcker Küchenjunge

blieben bis gestern unbemerkt. Im Innenhof des Rathauses kam dann der Hackenporsche zum Einsatz, nachdem wir viel über Hamburger Muskat-Tollinger, Weinanbau und Matthiae-Mahl erfahren haben. Rotspon aus Hamburg gab es nicht, wir labten uns an fritz-kola und Zitronenlimo der Hamburger Jungunternehmer Lorenz und Mirco. Danach ging es weiter zur

Knochenhauertwiete     Knochenhauer

Eine Twiete ist eine Gasse, die hier von den entsprechenden Figuren eingerahmt wird. Statt Snuten und Poten – für hartgesottene hier auf Platt zauberte der Hackenporsche Hamburger Speck hervor. Selbstverständlich in der altmodischen Form, in der Größe von Bauchspeckscheiben 10 x 3 x 0,5 cm. Mit so’n niemodschen Kram wie Würfel gaben wir uns nicht ab.

Danach ging es zu

Brodschrangen     Austernhandel

Schrange ist ein Brotverkaufstisch, der sich von Schranne ableitet. Wir erfuhren wir Näheres zum Hamburger Franzbrötchen, das ziemlich zimtlastig ist und sich sowohl im Aussehen als auch im Geschmack vom Kieler Franzbrötchen unterscheidet und durften auch eines aus dem Hackenporsche entgegennehmen.

Im Haus Brotschrange No. 1 gründete der Hamburger Fischhändler Hinrich Brügmann 1760 ein ein Fischgeschäft und im Jahre 1766 richtete Johann Cölln im Haus Brodschrangen Nr. 1 ein Restaurant mit drei Etagen ein. Gegenüber stand das Einbeck-Haus. Interessanterweise lieferte die niedersächsische Stadt Einbeck das Einbecker Bier nach Hamburg, weil das Hamburger Bier – schon damals – nicht genießbar war. Die unappetitlichen Gründe sind hier nachzulesen.. Warum der Hamburger Fischmarkt eigentlich der Altonaer Fischmarkt ist, ist wiederum eine andere Geschichte.

Am Hopfenmarkt erfuhren wir noch etwas über die Qualitäten der Bardowicker Gemüsemädchen und über das Denkmal für die Vierländer Marktfrauen.

Kaum zu glauben, dass hinter dieser Brücke einst die „Schreber“gärten Hamburgs lagen.

Speicherstadt

Hier endete dann die kulinarische Spurensuche, aber nicht ohne die letzte kulinarische Köstlichkeit aus dem Hackenporsche: Hanseaten:

Hanseaten sind eine norddeutsche Gebäckspezialität in den Wappenfarben der Hanse. Ein echter Hanseat hat keine Lebensmittelfarbe im roten Zuckerguss sondern Himbeersaft und ist mit Himbeermarmelade gefüllt.

Diese Episode konnte das Treffen nicht trüben, einen netten Ausklang fand das Treffen um die Ecke in der Deichstraße im Ti Breizh. Dort gab es wirklich ausgesprochen leckere Crèpes, hier stellvertretend

Clothilde

Clothilde

Mein Dank geht an Steph für die Organisation und an Sabine für die

5 thoughts on “Foodbloggertreffen im hohen Norden: Hamburg

  1. Jutta (Gast)

    Boah, das ist aber ein toller Bericht. Und wie schnell du bist. Ich werde mir eine Berichterstattunt sparen, dem ist einfach nichts mehr hinzuzufügen. Ich mache nur einen kurzen Eintrag im Blog mit Link zu dir, wenn’s recht ist und nach Sichtung der Fotos stelle ich eventuell das ein oder andere ein. Hast du prima gemacht!

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  2. Anikó (Gast)

    Ich bin baff, so schnell, so ausführlich! Großartig! Ich glaube, mir gehts wie Jutta, ich verlinke hier her, wenn’s Recht ist! War auch schön nochn bißchen am Bahnhof Kakao/Käffchen zu schlürfen :-)

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