Kochen mit Tüte: Rogan Josh

Während des Cooking Workshop bei dieser Veranstaltung bereitete Anjum Anand ein Zucchini-Carpaccio mit Kichererbsen-Salsa und einem Pistaziendressing aus ihrem bald erscheinenden Kochbuch über die vegetarische, indische Küche zu. Zusammen mit ihrem Ehemann vertreibt sie auch Fertigsaucen für indische Gerichte. Eine Fertigsauce für Rogan Josh fand sich in der obligatorischen Goodie-Bag, die auf solchen gesponserten Veranstaltungen üblich sind. Es handelt sich um eine milde Tomaten-, Zwiebel- und Curry-Sauce mit gemischten Kräutern und Gewürzen in getrennten (Kunststoff)-Behältern, der man noch 300 g Lammfleisch zufügen muss.

Fertigsaucen für Rogan Josh

Das Zutatenverzeichnis enthält nichts zum Gruseln und liest sich wie folgt:

Tomate (27%), Zwiebeln (22%), Wasser, Joghurt, raffiniertes Sonnenblumenöl, Milch, Knoblauch (4%), jodiertes Speisesalz (Salz, Kaliumjodid), Cashew Kerne, Koriander, rotes Chilipulver, Granatapfelpulver, Korianderpulver, Kreuzkümmelsamen, Zimt, schwarzer Kardamom, Zucker, Lorbeerblatt, Nelke, Guntoor Chili, grüner Kardamom, Macisblüte, schwarze Pfefferkörner, Bockshornkleesaat, Pfefferkörner

Gewürzmischung Rogan Josh

Die Tüte mit den Gewürzen bestehend aus Lorbeerblatt, Chilischote, Macis, grüner und schwarzer Kardamom, schwarze Pfefferkörner, Nelke.

Rogan Josh stammt aus Kashmir, wo es traditionell mit Öl, Gewürzen und Joghurt hergestellt wird. In vielen Restaurants und Imbissen Großbritanniens ähnelt dieses Gericht eher einem herzhaften nordindischen Lamm-Curry und als solches ist auch die Fertigmischung konzipiert. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Gewürze kurz in Öl rösten, Fleisch in der Mischung anbraten, Basissauce zufügen, dann die restliche Sauce, schmoren, fertig. Zum Schluss noch frisch gehackte Korianderblätter unterrühren.

Das ist unsere Variante von

The Spice Tailor’s Rogan Josh

Rogan Josh, The Spice Tailor's

Mundete meinen zwei Mittagessern und mir, die „seifigen“ Korianderblätter haben wir auf ein Minimum reduziert. Die Serviette ist neu, die habe ich beim Prop-Swap in London eingetauscht. Ich finde sie wunderschön, sie stammt von Saras Großmutter. Sara kocht in Barcelona für Emanzipierte und vermeidet ebenfalls „Tüten“, wo sie nur kann.

Wer keine Fertigmischung zur Hand hat, findet hier das Rezept von Anjum Anand „from scratch“.

Fazit: Wer die „indische Küche“ nur einmal ausprobieren und sich deshalb keine neuen Gewürze anschaffen möchte, für den ist so eine Saucenmischung durchaus geeignet. Nicht immer ist ein begehbares Rezeptbuch in der Nähe, das die Zutaten genau in den Mengen verkauft, die für eine Mahlzeit nötig sind. Ich bin ja mehr fürs Selbermachen, von Grund auf.

6 Gedanken zu „Kochen mit Tüte: Rogan Josh

  1. Monika (Gast)

    Jodsalz ist zum Gruseln
    Tatsächlich nur natürliche Zutaten, aber ich finde , dass zugesetztes Jod in unserem Essen nichts zu suchen hat! Es gibt Jodunverträglichkeiten und Schilddrüsenkrankheiten, bei denen man zugesetztes Jod unbedingt meiden muss!!! Sehr sehr viele Fertiggerichte und Wurstwaren sind jodiert, wer das nicht möchte, hat ein Problem.
    Wer meint, einen Jodmangel zu haben, kann ja Jodsalz benutzen. Von flächendeckender Jodierung halte ich nichts, sie ist sogar schädlich……

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  2. ostwestwind

    REPLY:
    Darüber kann man auch anderer Ansicht sein. Grundsätzlich stimme ich zu, aber für mich ist jodiertes Speisesalz genau richtig um MEINE Schilddrüse in Schach zu halten. Wer Jod meiden muss, kauft diese Tüte nicht, sondern folgt dem Rezept.

    Grundsätzlich herrscht wegen mangelndem Verzehr an Seefisch in D tatsächlich eine Jodunterversorgung.

    Noch besser wäre es allerdings, es gäbe zwei Varianten von dieser Tüte.

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  3. Tina (Gast)

    Positive Überraschung als „Tüte“, jodiertes Salz gehört leider mittlerweile zum Standard. Gerade wenn man zu einer der Zielgruppen gehört, die es nicht verträgt, ein Ärgernis – wobei eher für mich ein Grund Kantine, Restaurants und eben Tüten zu meiden.

    Quasi Tüten wandern bei mir auch gerne mit von UK, aber dies sind dann reine Gewürzmischungen für indische Gerichte – sollte ich wohl auch mal darüber bloggen.

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