Offener Brief an eine Presse-, Werbe- oder sonstige Agentur

Ich freue mich, wenn Sie mich anschreiben, weil sie dann zumindest schon einmal von „Küchenlatein“ gehört oder gelesen haben. Offensichtlich gelte ich als etabliert gemäß Punkt 9 dieser Liste. Ich würde mich aber freuen, wenn Sie sich genauer über dieses Blog informierten.

Sie fragen, ob ich an einer Zusammenarbeit mit Ihnen interessiert wäre und haben als erstes „Appetithäppchen“ drei schöne Rezepte zusammengestellt.

An Rezepten und Rezeptideen mangelt es Foodbloggern sicher nicht. Glauben Sie wirklich, Sie müssen Foodbloggern wie mir Rezepte zuschicken, damit diese sehen, wie vielfältig die von Ihnen vertretenen Produkte eingesetzt werden können? Ich zumindest bin – wie sicher auch die anderen Foodblogger – durchaus in der Lage, mir das selbst vorzustellen. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass Sie sogar einen Rezeptvorschlag unterbreiten, indem die weniger industrialisierte Alternative angeboten wird. Nehmen Sie bitte noch zur Kenntnis, dass ich zumindest bemüht bin, saisonal und regional zu kochen. Rezepte mit Spargel würde ich nicht vor Ende April in Angriff nehmen

So verlockend es aus Sicht Ihrer Kunden auch sein mag, sich auf meiner Plattform günstig Werbung einkaufen zu wollen, indem eine Agentur mir Verlosungen und Prämien für meine Leser anbietet, so wenig habe ich Interesse daran – auch wenn meine bescheidenen Besucherzahlen sich möglicherweise dadurch erhöhen könnten.

Wenn ich über Produkte berichte, dann aus freien Stücken, um ein gutes Produkt zu unterstützen oder schonungslos über ein meiner Meinung nach überflüssiges zu informieren.

Vor diesem Hintergrund freue ich mich über die nächste Post von Ihnen oder Ihren KollegInnen.

17 thoughts on “Offener Brief an eine Presse-, Werbe- oder sonstige Agentur

  1. Heidi, die II. (Gast)

    Erst mal hörbar die Luft ablass… pffffffffffffffffff…. mein lieber Scholli – das ist ja ganz harter Tobak!!!
    Ich kann (und will) nicht verhindern, dass mir gerade das Grinsen über das ganze Gesicht wächst….
    Also wenn das nicht verstanden wird, dann sind auf der Gegenseite nur taube, blinde, analphabetische Wirtschafts-Legastheniker am Werk…
    Aber wundern tut einen ja wohl gar nix mehr…

    Meine tiefe Verbeugung vor so viel Deutlichkeit von Dir.
    LG Heidi

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  2. Cascabel

    Ich weiß genau, wen du meinst – die Anfrage ist hier auch eingetrudelt. Ich hab sie bisher ignoriert, ebenso wie einige andere (die Butter aus dem grünen Land…), wirklich persönliche Anfragen habe ich abschlägig beantwortet. Das häuft sich ja in letzter Zeit, vielleicht ist so ein offener Brief geeignet, Klarheit zu schaffen. Ich bin jedenfalls gespannt…

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  3. Evi (Gast)

    Zum Glück ist mein Blog so uninteressant, dass ich die nervigen Angebote, die ich diesbezüglich bislang erhalten habe, an einer Hand abzählen konnte. ;)
    Spaßig fand ich allerdings den Weinversender, der mir als „Wein- und Genussblog“ irgendwelche Gutscheine andrehen wollte. Dabei trink ich nicht mal Alkohol. ;)

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  4. Bolliskitchen (Gast)

    na ja, ich denke, die rennen halt offene Türen ein….

    In meinem Blog wird ÜBERHAUPT nicht geworben, weder ein Produkt vorgestellet ( was ja nun auch Werbung ist), noch sonstwas, und, ich bekomme keine Anfragen.

    Wie man halt in den Wald gineinruft, so schallt es heraus…..Da muss man sich nicht wundern.
    Das war jetzt generall auf alle bezogen.

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  5. Isi (Gast)

    Schön deutlich hast du da geschrieben. Das kann ich voll unterschreiben, auch wenn ich bestimmt bei weitem nicht so viele Anfragen wie du bekomme. Die mit den Rezepten kenne ich jedenfalls noch nicht … bin auch nicht scharf drauf :-)

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  6. ostwestwind

    Um es noch einmal klar zu stellen: Werbung kann positive und negative Auswirkungen haben. Ich werde weiter über Produkte berichten. Ich hätte einiges nicht zur Kenntnis genommen, wenn ich nicht in anderen Blogs darüber gelesen hätte.

    Mich ärgert diese plumpe Art, an preiswert an Informationen bzw. „Werbeflächen“ zu kommen.

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  7. Jutta (Gast)

    Applaus, Applaus, Applaus!

    Seit in meinem Blog die kleine Eule kundtut, dass Werbung nicht stattfindet, ist auch bei mir so ziemlich Ruhe eingekehrt. Diejenigen, die die Blogs gar nicht lesen, schreiben immer noch, aber die bekommen auch keine Antwort. Ich suche mir den Karren gerne selber aus, den ich ziehe.

    Wenn ich ein Produkt gut finde, dann schreibe ich darüber. Aber ich bekomme dafür kein Geld oder sonstige Vergünstigungen. Und wenn ich flüssiges Bratfett geschickt bekomme, dann bin ich gerne bereit, dem Versender eine Rückmeldung zukommen zu lassen, wie mir das Produkt gefällt. Ob das aber auch im Blog erscheint, ist fraglich.

    Zudem fällt es mir immer schwerer, mich durch Blogs zu lesen, bei denen ich vor lauter Werbung erst mal den Blogeintrag suchen muss. Und wenn ich über’s Essen und Trinken lesen möchte, statt dessen aber auf „Abnehmen“ und „Mundgeruch“ hingewiesen werde, dann vergeht mir die Lust aufs Stöbern.
    Nicht immer, aber immer öfter.

    Und jetzt esse ich ein Brot mit Leberwurst und Zwiebeln, so!

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  8. multikulinaria (Gast)

    Diese Anfrage hatte ich auch im Postfach und abgesagt.
    Bei multikulinarisch(.de und .es) gehört das Vorstellen spannender Produkte und Menschen zum Konzept. Deshalb erscheinen öfter mal Produkte im Blog (plus Artikel) und einige davon bringen bei Käufen auch eine Provision. Bei Vollzeitinvestition und Null Einkommen halte ich es auch für legitim (bzw. zwingend erforderlich), ein Projekt durch Werbeeinnahmen zu finanzieren.

    Allerdings wähle ich grundsätzlich selber aus, Wen/Was ich vorstelle und warum. Anfragen von PR-Agenturen, die Blogs als billige und effektive (da reichweitenstarke und zielgruppen-fokussierte) Werbeplattform ansehen, halte ich für lästig…

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  9. Mestolo (Gast)

    Ich wurde tatsächlich auch schon angefragt und finde das mehr als befremdlich. Ich schreibe nur über Sachen, die mir wirklich gefallen und die ich mir selber aussuche! Es gibt ein Blog im Netz, das habe ich von meiner Blogroll genommen, weil es aggressivste Werbung auf allen Ebenen macht – damit ist der Sinn für mich dahin. Und der Spaß auch. Weil ich koche (und blogge) nur, weil’s mir Spaß macht und möchte es jederzeit so machen, wie ich das will.

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  10. Véronique (Gast)

    REPLY:
    Ach…
    Katia, und von Gilles Vérot hast Du noch nie ein Produkt vorgestellt? ;-)
    Ich glaube eher, dass „sie“ blind Serien-Mailings machen: Ich habe auch welche – nicht besonders viele – bekommen, noch letzte Woche, aber ich beantworte nicht.

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