Home made Tonic Water – Tonic Wasser hausgmacht

©ChinarindeDer bittere Geschmack im Tonic Water stammt aus der Chinarinde, die hauptsächlich medizinisch bei Magenbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, zur Wehenverstärkung und früher wie hier schon erwähnt gegen Tropenfieber eingesetzt wurde. Schon die Ureinwohner Amerikas kannten die fiebersenkende Wirkung der Chinarinde. Die Gattung Cinchona umfasst etwa 40 Arten und wächst in Südamerika entlang der anden von Bolivien bis Chile. Heute wird er auch in Südostasien und Afrika kultiviert. Die Bäume werden bis 30 Meter hoch, tragen eiförmige Blätter und blühen rot oder weiß. Der genutzte Teil ist die Rinde und wird nicht nur aus Roter Chinarinde (Cinchona pubescens), sondern auch aus Gelber Chinarinde (Cinchona officinalis) gewonnen. Für die Gewinnung fällt man die Bäume, schält Stamm, Äste und Wurzeln und trocknet die Rinden, um aus ihr das Chinin durch Extraktion zu gewinnen. Die Chinarinde für meinen Tonic-Sirup stammt aus Ecuador.

Ich hatte mich ja entschieden, die Sirup-Variante auszuprobieren, da wir ja nicht nur Gin-Tonic wie in dieser Variante, sondern auch Tonic Wasser pur trinken wollen.

©Zutaten Tonic Sirup

Das hier zu findende Rezept von Jim Meehan aus der Mixology unterscheidet sich von Rezept der März/April 2007 Ausgabe des Imbibe Magazine von Kevin Ludwig, nur unerheblich. Ludwig nutzt nicht nur die Limettenschale sondern auch noch den Saft. Jeffrey Morgenthaler fügte dann auch als zusätzliche Aromen Zitrone und Orange hinzu. Für meinen ersten Versuch entschied ich mich nur für Zitronengras und Limette. Alle Zutaten werden zusammen aufgekocht

©Tonic-Sirup köchelnd

durch ein Sieb abgegossen und anschließend noch durch ein Tuch filtriert. Den noch heißen Tonic Sirup habe ich in Flaschen abgefüllt, damit dürfte er sich recht lange halten.

©Tonic Sirup abgefüllt

Um nicht gerade sehr teuren Gin mit meinem hausgemachten Tonic-Sirup zu ruinieren, haben der Inschennör und erst einmal mit diesem Gin getestet und für gut befunden.

©Gin mit hausgemachtem Tonic water

5 cl Gin, 2 cl Tonicsirup mit 10 cl Wasser auffüllen.

Excellensa hat sich sogar getraut, den Sirup mit 47 Affen zu testen:

Tonic Water mit 47 Affen

Im frisch angesetzten Tonic-Sirup sind die Zitronengras-Aromen deutlicher wahrzunehmen als schon einen Tag später, die rücken dann in den Hintergrund. Das Grundrezept ist da, mit den verschiedenen Aromen wie z.B. Orange, Zitrone und auch mediteranen Kräutern ist noch Luft nach oben, auch mit Chinotto darf gespielt werden.

Home made Tonic Water – Tonic Wasser hausgmacht

Menge: ca. 1,25 Liter

Gin-Tonic-Sirup

Das Rezept ergibt einen Tonic-Sirup, der mit Sodawasser aufgegossen zum Tonic Wasser und mit Zusatz von Gin zum klassischen Gin-Tonic wird.

Zutaten:

  • 1 Liter Wasser
  • 600 g Zucker
  • 100 g Zitronengras
  • 15 Gramm Chinarinde
  • 3 Limetten, die Schale
  • 10 Gramm Zitronensäure

QUELLE

abgewandelt von Kuechen latein nach:
Jim Meehan, Pegu Club NY & Gramercy Tavern, Mixology

ZUBEREITUNG

  1. Wasser mit Zucker erwärmen bis alles gelöst ist, dann das Zitronengras zugeben und 5 Minuten leicht köcheln lassen.
  2. Die Chinarinde zufügen und weitere 5 Minuten köcheln lassen. Zum Schluß die Schalen der Limetten zugeben und nach insgesamt 15 Minuten abstellen und die Zitronensäure zufügen. Durch ein Sieb abgießen und anschließend noch durch ein Tuch abfiltrieren. Noch heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen, ggf. die Flüssigkeit noch wieder erhitzen.
  3. Für Tonic-Wasser 20 ml Sirup mit 150 ml Soda bzw. Mineralwasser auffüllen.

Gesamtzeit: 1 Stunde
Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Koch-/Backzeit: 20 Minuten

30 Gedanken zu „Home made Tonic Water – Tonic Wasser hausgmacht

  1. nata

    Super interessant! Ich hätte gar nicht daran gedacht, selber Tonic zu machen. Wenn ich irgendwo mal wider Erwarten Bio-Limetten bekomme, mache ich mich vielleicht auch mal an einen Versuch.

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    1. kuechenlatein Beitragsautor

      Du kannst doch auch ohne Limette, dafür mit Zitrone, Bitterorange und Orange experimentieren. Das ist doch nur als Grundgerüst zu verstehen. Oder du nimmst Limetten-, Zitronen und Orangensaft wie der Herr Morgenthaler, da fällt die fehlende Limettenschale gar nicht auf …

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      1. nata

        Das werde ich bestimmt mal ausprobieren und ich bin froh, dass Du mich darauf gebracht hast.

        Seit ich im vergangenen Jahr mit Rhabarbersirup angefangen habe, gibt es bei mir keine gekauften Limonaden mehr. Bei den geringen Mengen, die ich davon trinke, ist selbstgemachter Sirup einfach praktischer. Derzeit ist Ingwer-Zitrone im Gebrauch.

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  3. katha

    so, und auch hier, zum tonic-teil 2: danke!

    der sirup „tomr’s tonic“, den peter putzer bestellt und – auch nach e-mail-kontakt mit dem amerikanischen „erfinder“ bzw. produzenten tom richter – für gut befunden hat, basiert offenbar auf peruanischer chinarinde, da bist du mit der aus ecuador gar nicht so weit weg!
    //mundschenk.at/tomrs-tonic/
    und hier noch mehr über die geschichte dahinter:
    https://web.archive.org/web/20130317202410///www.starchefs.com/cook/mixology/product/tomrs-tonic-cocktail-ingredient

    (ich muss jetzt dann auch experimentieren, aber erst, wenn ich den tomr’s tonic gekostet habe, wie gesagt, noch nicht abgeholt.)

    dein basisrezept liest sich sehr fein. ich hätte sorgen wegen zu dominantem lemongrass, aber du schreibst, das verfliegt dann rasch?
    und: wie schätzt du die bitterkeit ein? das wird stark von der herkunft und dem alter der chinarinde abhängen, kann man also sowieso nicht standardisieren.
    ich würde kaffir und pomeranze wohl auch probieren, aber das wichtigste ist: eben wirklich ausprobieren.

    danke, dass du den anfang gemacht hast, ich finde das großartig!

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    1. katha

      ps: morgenthaler (danke für den link!) schreibt noch von piment (und von den säften der zitrusfrüchte, das finde ich sowieso immer gut), piment ist eine großartige idee!

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      1. uwe

        hallo,
        Piment ist toll, aber einen fast gleichen Geschmack erzeugt Basilikum, das außerhalb der Winterzeit einfach frischer schmeckt und den Sommer etwas mehr transportiert…ausserdem wächst bei mir auf dem Balkon eher Basilikum als Piment ;-)

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    2. kuechenlatein Beitragsautor

      Zur Bitterkeit kann ich nur sagen, mehr wäre fatal und zu viel darf Frau auch nicht davon dosieren, Chinarinde ist auch ein Arzneimittel und hat verdauungsfördernde Eigenschaften.

      Und dominant war das Zitronengras nun wahrlich nicht.

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  6. Guginho

    Sensationell. Ich habe gestern das erste Tonic bereitet und bin vom Geschmack des Sirups begeistert. Das ganze Haus riecht nach Zitronen und Limetten. Werde direkt den Versuch mit verschiedenen Gin starten. Könnte mir vorstellen, dass er zum Gin Mare vorzüglich passt. Wichtig hier die Qualität der Rohstoffe. Ich hatte ganz frische sizilianische Biozitronen und der Basilikum zum Schluss gibt dem ganzen den Kick. Habe die Orange weggelassen und dafür eine Zitrone mehr. Und nur die Hälfte Agavandicksaft. Finde das Ergebnis nicht zu sauer. Auf jeden Fall ein schönes Angeberprodukt. Die Freunde werden schön doof gucken. ,-)

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  7. Guginho

    ergänzend möchte ich nicht vorenthalten, dass ich mich am Ende doch mehr am Rezept aus der aktuellen Ausgabe der BEEF orientiert habe.

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  9. André

    Ich habe mir jetzt auch Chinarinde in der Apotheke besorgt, leider ohne Herkunftsangabe.
    Ich möchte das Tonic für mein Black Tonic nutzen. Guter Kaffee braucht auch gutes Tonic. Hast Du schon mal probiert, wie es mit Rohrohrzucker schmeckt? Ich kann mir vorstellen, dass der Geschmack runder werden könnte.
    LG

    André

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      1. André

        Hallo.

        Ich habe heute den Sirup hergestellt und auch direkt probiert. Einmal mit Sprudel und auch als Black Tonic (Cold Brew Speciality Coffee mit Tonic Water auf Eis) probiert. Super lecker. Ich habe Zitronenschalen genommen, weil ich einfach keine Bio-Limetten hier finden kann. Dafür etwas Limettensaft und ein wenig Piment dazu und statt raffinierten Zucker Rohrohrzucker (ist etwas malzig) und Agavendicksaft. Schmeckt wirklich grandios. Gefiltert habe ich das Gebräu übrigens mit einem Küchensieb und dann durch einen Chemex Kaffeefilter.

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  10. Mo

    Guter Beitrag. Mir wurde das Tonic Water mit dem auskochen zu sehr zum Bitter Lemon – deswegen habe ich es per Kaltextration probiert und das Ergebnis fand ich deutlich besser (dauert aber länger). Ich hab es hier aufgeschrieben, wenn es dich interessiert.

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