Gebloggt! #blogswirken

Gebloggt-blogswirken

Katrin Hilger vom Blog Hilgerlicious – Luxus ist unsere Natur – lädt bis Ende März zur Blogparade „#blogswirken – die Blogparade für mehr Wertschätzung von Blogs“.

Ihr geht es darum, Gedanken dazu zu sammeln, warum Blogs eine wichtige Quelle für Nachrichten und gesellschaftlichen Austausch sind.

Was 2005 aus Neugier begann ist mir immer noch wichtig. Damals wie heute Bloggen wird oft als Tätigkeit unterforderter Hausfrauen abgetan. Was für ein Weltbild: Klar bin ich auch Hausfrau, aber ich habe eine qualifizierte Berufsausbildung, arbeite seit Jahrzehnten in diesem Beruf und versuche über das Blog mein Wissen an den Mann und die Frau zu bringen: Dazu zählen Artikel wie Carrageen in Schlagsahne oder auch der darüber, was ich unter hochwertiger Schokolade verstehe.

Und bloggen wirkt: 6 Jahre nach diesen immer noch aktuellen Artikeln hat das Angebot an carrageenfreier Schlagsahne und hochwertiger Schokolade wieder zugenommen. Natürlich nicht wegen meiner Artikel, diese Themen wurden auch von anderen aufgegriffen, kann das Instagram?

Küchenlatein hat schon über die Unterschiede zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum, Verbrauchsdatum und Verfalldatum berichtet, bevor Frau Klöckner überhaupt daran dachte, einmal Bundesernährungsministerin sein zu wollen.

Mein Blog meine Party, das heißt, ich blogge aus freien Stücken. Ich lebe nicht vom Blog und kann mir dadurch meine Unabhängigkeit bewahren. Meine Themenschwerpunkte änderten sich im Laufe der letzten 14 Jahre, das lässt sich in meinem Küchentagebuch nachlesen:

Suppe der Woche, Kochen ohne Tüte, heißt diverse Tüten und Becherchen der Industrie wurden entzaubert und selbst gemacht, Langsam gekochte vegetarische Gerichte aus dem Slowcooker oder auch für 2. Jetzt widme ich mich den tollen Produkten aus Schleswig-Holstein, die gar nicht so einfach zu erstehen sind. Was auch immer mich bewegt, es ist eine Rezeptsammlung von über 2500 Rezepten zusammengekommen, aus denen meine Söhne Rezepte nachkochen. Und wenn es nur für diese beiden ist, zeigt das Blog Wirkung.

Andere Blogs, mit denen ich für saisonales Gemüse werbe, setzen sich damit für Klimaschutz und Ernährungswende ein. Und das wirkt, im Kleinen wie im Großen.
Im Gegensatz zu Katrin Hilger ärgere ich mich nicht darüber, dass Instagramer derzeit viel mehr Aufmerksamkeit bekommen. Vielleicht hoffen Firmen wie Instagrammer einfach, dass Ihre „Werbesünden“ so schneller in Vergessenheit geraten?
Ich war übrigens auf der selben Veranstaltung wie Herr Buddenbohm. Ich teile seine Meinung. Seine Meinung bleibt so lange erhalten, bis er sich entschließt den zu löschen, mein

Mein Beitrag bei


Instagram mit 34 likes taucht bald nicht mehr auf, die Kommentare verschwinden in der Versenkung und regt sicher nicht dazu an, auf die Herkunft und Verpackung der Bioäpfel zu achten, geschweige denn über den Wert von Lebensmitteln nachzudenken. Wer seinen täglichen Bedarf an Lebensmitteln beim Discounter deckt, lässt irgend jemanden für den niedrigen Preis zahlen.

Wo immer es mir möglich ist, kaufe ich regional erzeugte Lebensmittel, nur das garantiert auf Dauer das Überleben kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe. Damit das Zukunft hat, bin ich eine davon:

Edit: 26.03.2019 Und Blogs wirken auch in Universitäten. So wurde Küchenlatein im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit unter folgender Fragestellung analysiert: Wie oft werden in norddeutschen Foodblogs noch niederdeutsche Begriffe und Ausdrücke verwendet. Um der Analystin unnötigen Aggewars zu ersparen: Mit Stand heute habe ich 3430 Blogbeiträge veröffentlicht.

2 thoughts on “Gebloggt! #blogswirken

  1. Ev

    Ja, genau so!
    Ich fing Ende 2004 an zu bloggen. Damals wurde darüber gelacht, heute wieder. Unter anderen Voraussetzungen natürlich: Damals war das „Hausfrauen-Bloggen = Gnihihi“, heute fühle ich mich immer wieder mal damit, dass ich hier in der Inet-Welt nur das Blog als Medium nutze, als Blogosaurus Rexa, das aber überaus entspannt, denn ich mag nicht vergessen auch über mich selber lachen zu können und nicht so ernst nehmen zu dürfen.
    Für mich hatte der von Dir erwähnte Foodfreak-Blogartikel von 2008 mitten ins Schwarze getroffen. Ich schrieb 2010 mit nicht so viel Abstand darüber:
    https://diefarbeevblog.wordpress.com/2017/06/04/carrageenfrust/
    In der Folge begegnete ich mehr als einem Menschen, der/dem erst durch unterschiedlichste Blogbeiträge klar wurde, was in der Lebensmittelindustrie so alles passiert. Und mal im Ernst: Wer oder was Carrageen ist, was das für mich als Allergikerin bedeutet, das muss ich immer wieder aufs Neue erklären. Zuletzt einer Diätassistentin Ende letzten Jahres im Krankenhaus … ein Trauerspiel.
    Mit dem Thema DSGVO haben mir über die Jahre so viele wichtig gewordene Menschen ihre Blog-Pforten geschlossen. Teils sind sie hin zu Gesichtsbuch, Twitter, Instagram – aber das mag ich einfach nicht.
    Ich bin froh über jede Einzelne, jeden Einzelnen, der noch da ist und weiter macht, manchmal aber frage ich mich schon, wie lange uns das in dieser Form noch möglich sein wird.
    In diesem Sinne: Immer wieder gerne auf Wiederlesen hier :)!
    Meine herzlichsten, Ev

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    1. kuechenlatein Beitragsautor

      Ich war bei einem ehemaligen Sternekoch zum Kochen, der nicht müde wurde zu erwähnen, wie wichtig gute Zutaten sind. Aber Konditorsahne mit Carrageen benutzen ….

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