Egg custard tarts zu Lesehungrig!

Dauerevent lesehungrig
 
 
 
Nach dem mich das WerkBild * von Matthias Czarnetzki mit den schön schrägen Charakteren zu Eiersalat Kressebrot zum Lesehungrig No. 4 angeregt hatte, kam mir die nächste Empfehlung des Autors auf Twitter:

gerade recht. Schon der Titel klang herrlich und so landete dann Flavia de Luce 1 – Mord im Gurkenbeet: RomanFlavia de Luce 1 * analog mit nicht viel weniger schrägen Charakteren auf meinem Nachttisch.

England, um 1950: Flavia de Luce ist 11 Jahre alt, begeistert sich für Chemie und ihr besonderes Interesse gilt den Giften. Eines Tages, am frühen Morgen, stolpert sie im Garten über einen Sterbenden, der kurz darauf mit einem lateinischen Wort auf den Lippen das Zeitliche segnet. Flavias Interesse ist sofort geweckt. Als ihr Vater der Tat verdächtigt und dafür verhaftet wird, beginnt sie mit mehr als unkonventionellen Ermittlungsmethoden zu ermitteln. Bei den Ermittlungen wird immer wieder ein Schmandkuchen erwähnt, so auch auf Seite 35:

Jedes Mal, wenn sie statt der von uns geschätzten Rhabarber- oder Stachelbeerkuchen einen ihrer gefürchteten Schmandkuchen produzierte, ließen wir uns entschuldigen, täuschten irgendwelche familiären Seuchen vor und schickten sie mitsamt dem Kuchen sowie unseren allerbesten Grüßen schnurstracks zu ihrem Gatten Alf, damit sie ihr Machwerk an selbigen verfütterte.

Nun im Laufe des Buches wird in der deutschen Übersetzung der Schmandkuchen noch häufiger erwähnt, und es wird klar, warum Mrs. Mullet diesen Kuchen gerne backt, obwohl die de Luces und Schmand nicht zusammenpassen. Bei mir gehen Schmand und Kuchen schon zusammen, wobei ich mich das ganze Buch hindurch fragte, welcher Schmandkuchen denn typisch für England sei, damit ich den backen könne. Im Original tägt der Krimi den Titel: The Sweetness at the Bottom of the Pie und die oben zitierte Stelle ist dann auf Seite 26 zu finden:

loathing of Mrs Mullet’s custard pies. Whenever she strayed from our favourite rhubarb or gooseberry to the dreaded custard, we generally begged of, feigning group illness, and sent her packing off home with the pie, and solitious instructions to serve it up, with our compliments, to her good husband, Alf.

Ah, jetzt ja, ich wurde erhellt. So wie es im Englischen keine vernünftige Übersetzung für Schmand gibt, gibt es auch keine vernünftige deutsche Entsprechung für custard, so serviere ich dann auch

Egg custard tarts

©Egg custard tarts - Eierpuddingtörtchen (6)

Die kleinen Tarts schmeckten sehr gut und waren auch am 2. Tag noch genießbar. Das Originalrezept habe ich abgewandelt, weil ich es hasse nur Eigelb zu verwenden. Allein der Teig ist noch zu optimieren, weil er doch recht klebrig ist. Eigentlich sollen Kreise ausgestochen werden, die dann in die Mulden der Muffinformen gelegt werden sollen. Ich habe den Teig zu 12 Kugeln geformt, diese platt gedrückt und versucht, den Teig in Silikonförmchen gleichmäßig dick zu verteilen. Sieht auch ganz hübsch aus, finde ich.

Egg custard tarts – Eierpuddingtörtchen

Menge:12 Stück

Egg Custard Tarts - Eierpudding-Törtchen  Collage

Zutaten:

SÜßER MÜRBETEIG

  • 165 Gramm Weizenmehl Type 405, + extra zum Bestäuben
  • 25 Gramm Mandeln, gemahlen
  • 120 Butter, gut gekühlt in Würfel geschnitten
  • 55 Gramm Zucker
  • 1 Ei Größe M

FÜLLUNG

  • 3 Eier, Größe M
  • 650 ml Milch
  • 90 Gramm Zucker
  • 1 Teel. Vanilleextrakt
  • Muskatnuss, frisch gerieben

QUELLE

abgewandelt von Ulrike Westphal nach:
Paul Hollywood The Great British Bake Off

ZUBEREITUNG

  1. Fpr den Mürbeteig Mehl und gemahlene Mandeln mischen. Die Butter hinzufügen und mit den Finger zu Streuseln verarbeiten. Den Zucker einrühren.
  2. Das Ei aufschlagen, zur Mehlmischung geben und zu einem weichen Teig verarbeiten.
  3. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einer Kugel formen. Die Kugel flach drücken und in Folie gewickelt für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  4. Den Backofen auf 200 °C vorheizen.
  5. Aus dem Teig mit einem Teigausstecher von 11 cm Kreise ausstechen und und die Mulden einer Muffinform damit auskleiden. Der Mürbeteig soll die Mulden etwas überragen, damit ein hübscher Rand geformt werden kann.
    Ulrike: Aus dem Teig 12 Kugeln geformt, diese flach gedrückt und Silikonförmchen gleichmäßig damit ausgekleidet und in die Mulden einer Muffinform gelegt.
  6. Für die Eiercremefüllung die Milch in einem Topf erwärmen. Die ganzen Eier in einer weiteren Schüssel mit dem Zucker und dem Vanilleextrakt aufschlagen.
  7. Die Milch zur Eiermischung geben, gut verrühren und in ein Gefäß mit Gießöffnung füllen. Die Füllung gleichmäßig auf den Mürbeteigmulden verteilen.
  8. Die Oberfläche der Eiercreme mit Muskatnuss bestäuben.
  9. Die Muffinform in den Ofen schieben und 25 Minuten backen. Je nach Backofen kann es nötig sein, die Temperatur auf 180 °C zu verringern. Die Törtchen sind gar, wenn die Oberfläche fest ist und sich eine zarte Wölbung gebildet hat. Die Füllung wackelt dann auch nur noch ganz leicht.

Gesamtzeit: 1 h 30 Minuten
Vorbereitungszeit: 45 Minuten
Koch-/Backzeit: 25 Minuten

 
 
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3 Gedanken zu „Egg custard tarts zu Lesehungrig!

  1. Shermin

    Also ich würde Mrs. Mullet nicht mit den Minipies zu ihrem Ehemann Alf schicken, sondern sie lieber selbst vernichten. Lecker sehen sie aus – ich werde es wohl nie lernen, nicht hungrig Foodblogs zu lesen… ;)
    Vielen dank für den schönen, lesehungrigen Beitrag und liebe Grüße!

    Antworten
  2. Karl

    Schönes Rezept, auch mit ganzen Eiern ;-). Aber warum in aller Welt „Vanilleextrakt“? Warum nicht einen Teil des Zuckers durch selbstgemachten Vanillezucker ersetzen? Schmeckt deutlich besser und die Törtchen duften auch intensiver nach Vanille.

    Antworten

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