Ohne Dose: Ravioli mit Tomatensauce

Pasta Asciutta habe ich in jungen Jahren beim Pauschalurlaub mit der Familie in Cattolica kennengelernt. Der Besitzer der Pension hat mir sehr schnell das Spaghetti-Essen – ohne Löffel – beigebracht, doch es sollten noch Jahre vergehen, bis es Spaghetti bei uns zu Hause gab. Ravioli sind auch italienisch und die gab es – und zwar aus der Dose

Ravioli aus der Dose 001 Ravioli aus der Dose 002

Dieses Geschmackserlebnis wird mir unvergesslich bleiben: Weiche wabbelige Teigtaschen, mit einer undefinierbaren Masse gefüllt, ertränkt in Tomatensauce. Schmecken ebensowenig kalt auf dem Campingplatz. Die Dose gibt es immer noch und zwar mit folgenden Zutaten:

Tomatensauce: Wasser, Tomatenmark (26,4 %), modifizierte Stärke, Jodsalz, Zucker, geräuchertes Speckfett ( Speck, Rauch), Sonnenblumenöl, Weinessig mit Estragonauszügen (Weinessig, Aroma), Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat, Sellerie, Kräuter
Ravioli (28,7%): Hartweizengrieß, Wasser, Paniermehl (Weizenmehl, Hefe, Jodsalz), Schweinefleisch, Weizenkleber, Sonnenblumenöl, Speck, Weizenmehl, Weizengrieß, Gewürze, Jodalz, Hefeextrakt, pflanzliches Öl (gehärtet), Eiklarpulver, Eigelbpulver, Kräuter, Milchzucker, Aroma, Zucker [Spuren Milch, Senf]

Auf besonderen Wunsch der jungen Herren gab es

hausgemachte Ravioli mit Tomatensauce

Ravioli mit Tomatensauce

Bissfeste Ravioli in soviel Tomatensauce wie gewünscht. Köstlich und kein Vergleich mit dem „Dosenvorbild“. Für die Tomatensauce gibt es kein Rezept, Grundlage waren passierte Tomaten, die Würzung haben die Herren übernommen, genau wie das Füllen der Ravioli.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Ravioli gefüllt mit Schweine- und Rindfleisch
Kategorien: Pasta
Menge: 48 Stück

Ravioli gefüllt mit Schweine- und Rindfleisch

Zutaten

H TEIG
250 Gramm   Weizenmehl Type 405
250 Gramm   Deutscher Hartweizengrieß
5     Eier Größe M
6 Essl.   Olivenöl
H FÜLLUNG
1 Essl.   Öl
4     Frühlingsszwiebeln, in feinen Röllchen
3     Knoblauchzehen, zerdrückt
250 Gramm   Hackfleisch vom Schwein und Rind
1     Ei, Größe M leicht verschlagen
      Pecorino, gerieben

Quelle

  Il Mondo della Pasta: Frische Pasta selbst gemacht
mit Sante de Santis
Bild ISBN 978-3865282583
  Das große Pasta KochbuchBild

ISBN 978-3-8331-3263-1

  Erfasst *RK* 18.02.2011 von
  Ulrike Westphal

Zubereitung

Für den Teig das Mehl, die Eier und das Öl in einer Küchenmaschine zu einem Teigball verkneten. Mit Klarsichtfolie abdecken und mindestens 15 Minuten ruhen lassen.

Für die Füllung das Öl ein einer Pfanne erhitzen und die Frühlingszwiebeln und den Knoblauch bei Mittelhitze 2 Minuten anbraten. Das Hackfleisch bei großer hitze 4 Minuten angraten, bis der Saft verkocht ist und das Fleisch Faarbe angenommen hat. Beim Bräunen das Fleisch mit einer Gabel zerkleiner. Abkühlen lassen. Das Ei unterrühren. Wenn die Füllung zu flüssig erscheint geriebenen Pecorino bis zur gewünschten Konsistenz zugeben.

Den Pastateig in Portionen mit der Nudelmaschine auf Stufe 4 von 8 auf Größe des Nudelbretts ausrollen.

Eine Hälfte des Teigstranges auf das Raviolibrett legen, vorsichtig festdrücken. Vertiefung nacharbeiten und in eine Vertiefung etwas Füllung (kleinster Eisportionierer) geben und die andere Hälfte darüber klappen. Vorsichtig die Luft herausdrücken und mit dem Matterello die Teigplatten fest verbinden.

Nudelbrett umklappen und mit einem Teigroller die Ravioli ausschneiden.

die Ravioli in einem großen Topf mit sprudelndem Salzwasser 5 Minuten weich kochen, abtropfen und mit der Sauce nach Wahl servieren.

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13 thoughts on “Ohne Dose: Ravioli mit Tomatensauce

  1. Zorra

    Das haben deine Herren gut gemacht. Ich fülle die Ravioli manchmal mit Resten. Wird auch lecker. Büchsenravioli braucht es also wirklich nicht, ausser vielleicht für Nostalgiker. ;-)

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  2. Die Kuechengeister

    Als Kind mochten wir die Dosenravioli, aber ich seit einigen Jahr so gar nicht mehr. Herr K. wollt immer eine Dose im Vorrat haben. Letztens haben wir sie mit w e i t e r Überchreitung des MHDs entsorgt. Meinst du mit deutscher Hartweizengrieß diese 250g Schachteln für Grießnockerl o.ä.?

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  3. Anikó (Gast)

    Ich hab in meinem Leben keine Dosen-Ravioli gegessen und ich hab viel komisches Fertigfutter in meiner Jugend verspeist ;-) Die Ravioli sehen echt großartig aus! Hätte ich auch gerne eine Portion von gehabt :-)

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  4. Ina (Gast)

    Selbstgemacht sehen sie richtig lecker aus!
    Aber ich hab die Lebensweisheit mitbekommen, dass man immer eine Dose Dosenravioli zuhause haben muss. Denn immer wenn man glaubt, dass alles schief läuft und es nicht mehr schlimmer geht, muss man eben solch eine Dose aufmachen und verzehren. Denn spätestens dann weiß man: Es geht garantiert noch schlimmer! :)
    Ehrlich gesagt hab ich zwar dennoch keine mehr da (die letzten wurden wohl irgendwann auf einem Festival verzehrt), aber noch immer muss ich jedes Mal im Supermarkt grinsen, wenn ich an diesen Dosen vorbei laufe und freue mich meines Lebens. Denn schlimmer geht immer… :D

    Liebe Grüße,
    Ina

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  5. feinschmeckerle (Gast)

    schlabberdinger
    meine erste mitbewohnerin hat damals zu wg-zeiten fast nur diese schlabberdinger gegessen. seit damals habe ich ein gefuelltes-nudel-trauma, esse nur hausgemachte. und vor allem diese waeren ein grund das „trauma“ zu ueberwinden ;-)

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  6. Chris (Gast)

    Eine technische Frage habe ich ja doch noch: Wie bekommt ihr die Ravioli so schön aus dem Nudelbrett?
    Nudelteig machen, und dann die Platten entsprechend füllen und zubereiten klappt gut, sobald ich aber versuche das Raviolibrett zu verwenden, bekomme ich die kaum heil raus. Einmehlen tue ich den Teig, so daß er nicht klebt.
    Oder ist eher die Dicke des Teigs der Schlüssel zum Erfolg? Ich walze ihn aktuell bis zu 5 (von 6 Stufen) aus, ist da dicker besser?

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  7. Mini-Küche (Gast)

    Ich oute mich jetzt mal uns gebe zu dass ich die früher unglaublich gern gegessen habe, und jedes mal hatte ich Schwierigkeiten die Dose aufzubekommen weil ich zu doof war einen Dosenöffner zu bedienen *lach*
    Als ich anfing mich ein bisschen mehr mit meinem Essen zu beschäftigen kamen sie nicht mehr in den Korb aber immer wenn ich die Dosen sehe denke ich an „Lilly allein Zuhaus“-Abende vor dem Videorekorder mit Ravioli direkt aus dem Topf und der zerbeulten Dose in der Küche :)

    Dein Rezept gefällt mir sehr gut, sicher kann man auch nur Rind für die Füllung nehmen, oder wird das dann zu „trocken“?

    Liebe Grüße,

    Lilly

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  8. ostwestwind

    REPLY:
    Ich denke das hast du im Griff, wenn du die Füllung abschmeckst. Da kommt ja noch das Ei rein, ich denke das sollte gehen.

    Und wir haben das ja auch früher gegessen, aus dem Topf, lauwarm beim Zelten ;-)

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  9. ostwestwind

    REPLY:
    Sowohl die Dicke als auch die Konsistenz des Teiges ist wichtig. Ferndiagnosen sind schwierig, aber mit schwungvollem Wenden und klopfen hat es immer geklappt, evtl. bei widerspenstigen Stellen vorsichtig mit dem Messer nachhelfen

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  10. Jutta (Gast)

    Früher habe ich immer erwartet, auf eine Fliege zu beissen, wenn ich so eine Ravioli (oder wie heißt der Singular?) im Mund hatte. Ich mochte das Zeug nie, aber selbst gemacht ist das natürlich eine ganz andere Chose. Das Buch hätte ich übrigens auch gern, wenn mir der Autor nur nicht so unsympathisch wäre.

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  11. Chrissi at ite4free.tk/users/chrisslt

    Ravioli aus der Dose gehören zwar beim Campen unbedingt mit dazu – aber für die eigene Küche zu Hause sind mir selbstgemachte dann doch lieber! ;) Daher danke für dieses leckere Rezept!!

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